Ein CDU-Kommunalpolitiker aus dem Landkreis Stendal sorgt mit einer Spende an die AfD und scharfer Kritik an seiner eigenen Partei für Aufmerksamkeit: Bernd Prange aus Heiligenfelde hat nach eigenen Angaben insgesamt 10.000 Euro für den Landtagswahlkampf der AfD in Sachsen-Anhalt überwiesen. Zugleich veröffentlichte der Unternehmer einen offenen Brief an die Landes-CDU.

Prange ist ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Altmärkische Höhe, Mitglied im Verbandsgemeinderat Seehausen und sitzt für die CDU im Kreistag Stendal. Der Fuhrunternehmer, Jahrgang 1967, gehört nach Angaben der Quelle seit Jahrzehnten der CDU an und engagiert sich seit langer Zeit in der Kommunalpolitik.

Spende in zwei Teilbeträgen

In seinem Schreiben erklärt Prange, er habe die Summe zweimal in Höhe von jeweils 5.000 Euro überwiesen. Die Entscheidung sei bewusst getroffen worden und solle nach seiner Darstellung ein politisches Signal an die CDU sein. Er begründet den Schritt mit der Sorge, dass seine konservativen Werte in der CDU immer weniger vertreten würden.

„Ich habe in den vergangenen Wochen insgesamt 10.000 Euro an die AfD in Sachsen-Anhalt gespendet – zweimal 5.000 Euro. Das war keine spontane Entscheidung und erst recht keine Leichtfertigkeit. Es war ein bewusster, nach reiflicher Überlegung gefasster Schritt aus tiefer Sorge um unser Land.“

Prange nennt als für ihn wichtige Werte unter anderem Leistung, Ordnung, Sicherheit, nationale Souveränität, wirtschaftliche Vernunft und den Schutz der kulturellen Identität. Gleichzeitig wirft er der CDU vor, sich Schritt für Schritt nach links zu bewegen und die sogenannte Brandmauer zur AfD zu verstärken.

Forderung nach Kurswechsel und Merz-Absetzung

Der Kommunalpolitiker wünscht sich, dass die AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt so stark wird, dass sie allein regieren könnte. Damit wolle er erreichen, dass die CDU ihren Kurs überdenkt und die Brandmauer fällt. In seinem Brief fordert er außerdem die Absetzung von Friedrich Merz. Dies bezeichnet er als Symbol für eine Parteiführung, die aus seiner Sicht den konservativen Kern der Union aufgegeben habe.

„Damit sich die Partei gegen ihren Linkskurs wehrt. Und damit Friedrich Merz abgesetzt wird – als Symbol einer Führung, die den konservativen Kern der Union preisgibt.“

Als Beispiel für seine politische Haltung verweist Prange auf den Kreistag Stendal. Dort funktioniere die Zusammenarbeit mit der AfD-Fraktion aus seiner Sicht gut und sachbezogen. Gemeinsam habe man mehrfach konkreten Schaden durch linke Initiativen abwenden können, schreibt er. Diese Darstellung bezieht er ausdrücklich auf die Arbeit der Fraktionen im Kreistag.

Politische Zukunft zunächst offen

Der offene Brief solle vor allem die CDU wachrütteln. Prange kritisiert dabei auch eine mögliche Zusammenarbeit der Union mit linken und grünen Kräften und nennt in diesem Zusammenhang Sachsen-Anhalts CDU-Landesvorsitzenden Sven Schulze. Die CDU müsse sich entscheiden, ob sie ihren bisherigen Kurs fortsetze oder zu ihren früheren Werten zurückkehre, fordert der Unternehmer.

Bei der Landtagswahl am 6. September will Prange nach eigenen Angaben AfD wählen. Über seine eigene politische Zukunft und weitere Einzelheiten wolle er sich zunächst nicht äußern. Gegenüber der Zeitung kündigte er an, sich dazu erst am 7. September, also einen Tag nach der Wahl, zu äußern.