Ein CDU-Politiker spendet 10.000 Euro an die AfD und ruft öffentlich zu ihrer Wahl auf: Dieser Vorgang sorgt in der Altmark für heftige Reaktionen. Bernd Prange, Bürgermeister der Gemeinde Altmärkische Höhe, hat sich laut AZ Altmark als Spender zu erkennen gegeben. Zugleich warb das Noch-CDU-Mitglied in einem offenen Brief für die Partei von AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund.
Die Nachricht wurde am 21. August 2026 veröffentlicht und bezieht sich auf die Endphase des Landtagswahlkampfes in Sachsen-Anhalt. Die AZ bezeichnete Pranges Schritt als ungewöhnlichen Vorgang, der die CDU des Landes besonders hart treffe. Die Partei liegt dem Bericht zufolge in den Umfragen hinter der AfD zurück.
Thomas Böder grenzt die CDU von der AfD ab
Die Zeitung fragte Lokalpolitiker aus Salzwedel von CDU und AfD nach ihrer Einschätzung. Der CDU-Landtagsabgeordnete Carsten Borchert, der erneut als Direktkandidat im Wahlkreis 1 antreten will, wollte sich nicht ausführlich äußern. Er sagte lediglich, Prange müsse seine Entscheidung selbst verantworten.
Deutlicher reagierte Thomas Böder, Vorsitzender der Salzwedeler CDU-Stadtratsfraktion. Böder hatte sich laut Bericht bereits früher klar von der AfD distanziert. Nun erklärte er, eine Annäherung an die Partei sei mit seiner CDU-Mitgliedschaft nicht vereinbar. Die CDU in Salzwedel und im Altmarkkreis stehe weiterhin für eine bürgerliche Politik der Mitte und eine klare Abgrenzung nach rechts.
Nach Böders Einschätzung widersprechen sowohl eine finanzielle Unterstützung der AfD als auch ein öffentlicher Wahlaufruf den Grundsätzen der Union. Er lehne Pranges Vorgehen deshalb scharf ab und erwarte von den zuständigen Parteigremien eine eindeutige Reaktion.
Parteiausschluss steht als Möglichkeit im Raum
Die Forderung nach Konsequenzen könnte auf ein Parteiausschlussverfahren hinauslaufen. Laut AZ denkt offenbar auch der CDU-Parteivorstand darüber nach. Eine Entscheidung sei jedoch noch nicht gefallen. Prange hatte seinen Verbleib in der CDU trotz seines Aufrufs zunächst nicht ausdrücklich infrage gestellt.
Unterstützung erhielt Prange dagegen aus der AfD. Roland Karsch, Vorsitzender der AfD-Fraktion im Salzwedeler Stadtrat, begrüßte dessen Wahlaufruf. Karsch wertete Pranges Position als Rückkehr zu einer früheren politischen Ausrichtung der CDU und warf der Partei vor, ihre Prinzipien aufgegeben und sich zu weit nach links bewegt zu haben.
Wie die CDU Sachsen-Anhalt vor und nach der Landtagswahl mit dem Vorgang umgeht, bleibt damit offen. Böder dürfte nach Einschätzung des Berichts besonders genau beobachten, welche Position seine Partei gegenüber der AfD einnimmt. Auswirkungen auf die weitere politische Entwicklung in der Region seien möglich.
Hinweis für Leserinnen und Leser in Stendal: Die vorliegende Meldung betrifft Salzwedel und die Gemeinde Altmärkische Höhe. Ein unmittelbarer Bezug zur Hansestadt Stendal ist in der Quelle nicht belegt.