Brandenburg hat im Mai 2026 erneut Einwohner verloren. Nach Angaben des Amts für Statistik Berlin-Brandenburg sank die Bevölkerungszahl des Landes um 1.209 Menschen auf 2.545.779. Zwar zogen mehr Menschen nach Brandenburg, als das Land verließen. Der Wanderungsgewinn reichte jedoch nicht aus, um das deutliche Geburtendefizit auszugleichen.

Die Zahlen betreffen Brandenburg insgesamt und liefern keine Angaben zur Hansestadt Stendal oder einzelnen Stadtteilen. Für Leserinnen und Leser in Stendal ist deshalb vor allem wichtig: Ein unmittelbarer Bezug zur lokalen Bevölkerungsentwicklung lässt sich aus dieser Statistik nicht ableiten.

Mehr Sterbefälle als Geburten

Im Mai wurden in Brandenburg 1.221 Kinder geboren. Gleichzeitig starben 2.972 Menschen. Daraus ergibt sich ein Geburtendefizit von 1.751 Personen. Der Unterschied zwischen Geburten und Sterbefällen war damit deutlich größer als der positive Wanderungssaldo.

Über die Landesgrenze hinweg kamen 5.527 Menschen nach Brandenburg, während 5.006 das Land verließen. Unter dem Strich gewann das Land dadurch 521 Einwohner. Besonders stark war der Austausch mit Berlin: Brandenburg gewann gegenüber der Hauptstadt 636 Menschen hinzu.

Trotz dieser Zuzüge sank die Gesamtbevölkerung. Die Zahl der deutschen Einwohner ging um 1.173 zurück, bei der ausländischen Bevölkerung betrug der Rückgang 36 Menschen.

Nur drei Verwaltungsbezirke mit Wachstum

Die Entwicklung verlief innerhalb Brandenburgs unterschiedlich. Frankfurt (Oder) verzeichnete im Mai einen Zuwachs von 221 Einwohnern. Dahme-Spreewald gewann 34 Menschen hinzu, Teltow-Fläming zwölf. Alle anderen kreisfreien Städte und Landkreise meldeten Rückgänge.

Den stärksten Verlust registrierte der Landkreis Oder-Spree mit 430 Einwohnern weniger. Die Zahlen zeigen damit nicht nur einen landesweiten Rückgang, sondern auch deutliche Unterschiede zwischen den Verwaltungsbezirken.

Berlin wächst leicht

Berlin entwickelte sich im selben Monat entgegengesetzt. Die Hauptstadt gewann 273 Einwohner und erreichte einen Bevölkerungsstand von 3.700.245 Menschen. Dabei stieg die Zahl der deutschen Einwohner um 1.002, während die ausländische Bevölkerung um 729 Menschen zurückging. Berlin kam auf einen Wanderungsgewinn von 332 Einwohnern.

Der Monatswert ist nach Einschätzung der zugrunde liegenden Berichterstattung ein Hinweis auf demografischen Druck, sollte aber nicht als langfristiger Zusammenbruch verstanden werden. Ende 2024 lebten rund 2,56 Millionen Menschen in Brandenburg. Das waren etwa 0,6 Prozent mehr als 1991. Nach früheren Rückgängen hatte das Land insbesondere durch Zuzüge wieder Einwohner gewonnen.