Die Grundschule „Astrid Lindgren“ in Kalbe startet ohne dauerhaft besetzte Schulleitung in das neue Schuljahr. Der Lehrer, der seit Jahresbeginn als Kandidat für die Leitungsstelle galt, wechselte zum Schuljahresstart an eine andere Schule. Nach Angaben des Landesschulamtes Sachsen-Anhalt (LSCHA) gab es keine Kündigung.
Damit bleibt die Führungsposition vorerst unbesetzt. Die Leitungsaufgaben werden in diesem Schuljahr kommissarisch von einem Zweier-Team übernommen. Zusätzlich wurden einzelne Aufgaben auf weitere Lehrkräfte des Kollegiums verteilt. Das Landesschulamt unterstützte die Schule bei der planerischen Vorbereitung des Schuljahres; die Planungen wurden anschließend mit den Vorsitzenden des Schulelternrates besprochen.
Auswahlverfahren blieb ohne Abschluss
Im Januar hatte das Landesschulamt noch von einer „positiven Perspektive“ für die Besetzung der Stelle gesprochen. Die Behörde hatte gehofft, das laufende Auswahlverfahren im Verlauf des vergangenen Schuljahres abschließen zu können. Dazu kam es jedoch nicht.
Das LSCHA hatte die Lehrkraft bislang nicht namentlich als künftigen Schulleiter benannt. Pressesprecher Tobias Kühne begründete die Zurückhaltung mit dem Grundsatz, dass sich die Behörde erst nach einer rechtssicheren Stellenbesetzung äußert. Zu den Gründen für den Wechsel machte das Landesschulamt keine Angaben. Eine neue Zeitplanung für das Auswahlverfahren wurde ebenfalls nicht genannt.
Schule wird weiter eng begleitet
Die Grundschule war bereits in den vergangenen Jahren mehrfach von Leitungswechseln betroffen. Nach dem Ruhestand der langjährigen Schulleiterin Heike Pick im Jahr 2021 übernahm zunächst Wiebke Böhnisch-Arendt die Leitung. Nach ihrem Wechsel an eine andere Schule folgten kommissarische Lösungen. Zuletzt unterstützte die Leiterin der Otto-Reutter-Grundschule in Gardelegen bei den Leitungsaufgaben in Kalbe.
Wegen der besonderen Situation will das Landesschulamt die Schule weiterhin engmaschig begleiten und unterstützen. Die schulfachliche Referentin des LSCHA soll in den kommenden Wochen regelmäßig vor Ort sein. Eine schriftliche Information zum Schuljahresstart wurde bereits in der letzten Ferienwoche an alle Eltern verschickt.
Nicht nur die Leitungsstelle sorgt für angespannte Rahmenbedingungen. Auch die allgemeine Personalsituation ist laut Landesschulamt kritisch. Für jede Klasse gibt es dennoch eine feste Klassenleitung. Damit sollen die Kinder verlässliche Bezugspersonen im Schulalltag behalten. Nach Angaben des LSCHA wird die Lage derzeit durch die Bereitschaft des Kollegiums abgefedert, freiwillig zusätzliche Stunden zu leisten. Wie und wann die Schulleitungsstelle dauerhaft besetzt werden kann, bleibt offen.