Die Stadt Seehausen will ihren gesamten Stadtwald digital erfassen und damit die künftige Bewirtschaftung besser planbar und nachvollziehbar machen. Für die rund 870 Hektar große Waldfläche sollen eine digitale Forsteinrichtung erstellt und die forstlichen Arbeiten anschließend fortlaufend dokumentiert werden. Der dafür vorgesehene maximale Gesamtbedarf liegt bei 58.700 Euro.
Die Forsteinrichtung ist als Grundlage für die mittel- und langfristige Planung des Waldes gedacht. Sie soll unter anderem festhalten, wie sich die Waldbestände entwickeln, wann Durchforstungen und Pflegemaßnahmen stattfinden und welche Holznutzungen erfolgen. Auch weitere forstliche Tätigkeiten sollen in der digitalen Anwendung erfasst werden.
Entscheidung steht im Stadtrat an
Mit dem Vorhaben befassen sich zunächst die Fachausschüsse des Seehäuser Stadtrates bei ihren Sitzungen im September. Anschließend soll der Stadtrat darüber beraten. Die neue Forsteinrichtung wird laut Beschlussvorlage zum 1. Januar des übernächsten Jahres benötigt und soll vollständig digital erstellt sowie danach kontinuierlich fortgeführt werden.
Nach Einschätzung der Verwaltung schafft eine dauerhaft gepflegte Datengrundlage einen besseren Überblick über die Entwicklung des kommunalen Waldes. Künftige Holznutzungen, Aufwendungen und mögliche Erträge könnten damit auf einer belastbaren Grundlage kalkuliert werden. Das soll sowohl die nachhaltige Bewirtschaftung als auch die wirtschaftliche Steuerung des Forstbetriebs unterstützen.
Nur wenige Anbieter kommen infrage
Im Vorfeld wurden verschiedene digitale Anwendungen und Flächenmanagementsysteme geprüft. Dabei habe sich gezeigt, dass derzeit nur eine begrenzte Zahl von Anbietern die notwendigen Funktionen für eine umfassende digitale Forsteinrichtung und die laufende Dokumentation forstlicher Maßnahmen anbietet.
Die Stadt will deshalb Angebote in Abstimmung mit der Forstbetriebsgemeinschaft Priemern und deren Geschäftsstelle einholen. Eine Koordinierung mit weiteren Waldbesitzern und Mitgliedsbetrieben könnte ermöglichen, Bestandsaufnahmen gemeinsam oder zeitlich aufeinander abgestimmt zu beauftragen. Bei räumlich nahe beieinanderliegenden Waldflächen könnten dadurch Synergieeffekte und mögliche Kostenvorteile entstehen. Für Seehausen soll die Forsteinrichtung dennoch eigenständig erstellt und geführt werden.
Bis zu 58.700 Euro im Haushalt 2027
Für die Bestandsaufnahme und die Erstellung der Forsteinrichtung werden derzeit Kosten von etwa 50 bis 60 Euro je Hektar veranschlagt. Für die Haushaltsplanung und die spätere Auftragsermächtigung soll vorsorglich der obere Richtwert von 60 Euro angesetzt werden. Bei 870 Hektar ergibt das einen geschätzten Höchstbetrag von 52.200 Euro.
Für die Beschaffung und Einführung der benötigten digitalen Anwendung kommen bis zu 6.500 Euro hinzu. Daraus ergibt sich der maximal vorgesehene Gesamtbedarf von 58.700 Euro. Die Summe ist jedoch noch keine endgültige Rechnung: Der tatsächlich zu zahlende Preis soll erst nach Eingang und Auswertung der Angebote feststehen. Die Verwaltung empfiehlt deshalb, die Mittel vorsorglich bis zur Obergrenze in den Haushalt 2027 einzustellen.