In der Polizeihundestaffel Gardelegen beginnt die Ausbildung von zwei ungewöhnlichen Nachwuchskräften: Die Malinois-Schäferhund-Welpen Maze und Joshi sollen zu starken und klugen Schutzhunden ausgebildet werden. Bis dahin stehen für die beiden jungen Hunde tägliches Training, Geduld und viele Belohnungen auf dem Programm.

Joshi ist zum Berichtszeitpunkt 17 Wochen alt, Maze 13 Wochen. Beide leben außerhalb des Dienstes bei ihren jeweiligen Hundeführerinnen. Diensthundeführerin Katharina Stüwe trainiert Joshi, während Julia Steuer für Maze verantwortlich ist.

Grundkommandos statt Einsatztraining

Auf der Wiese am Polizeirevier Gardelegen übt Joshi zunächst das Welpen-Einmaleins: Sitz, Platz und Hinlegen. Ein Clicker signalisiert, wenn eine Übung gelungen ist; anschließend gibt es ein Leckerli. Für den jungen Rüden ist das Training anspruchsvoll und verlangt seine volle Aufmerksamkeit.

Welche spätere Spezialisierung zu Joshi passt, soll sich erst in den kommenden Monaten zeigen. Möglich sind laut seiner Hundeführerin unter anderem Ausbildungen zum Sprengstoff-, Leichen- oder Datenträgerspürhund. Auch eine Karriere als Fährtensuchhund kommt infrage. Bei Maze wird ebenfalls zunächst beobachtet, welche Fähigkeiten sich besonders deutlich entwickeln.

Polizeihunde bleiben auch privat Diensthunde

Nach Feierabend verhalten sich Maze und Joshi wie andere junge Hunde: Sie spielen im Garten, wälzen sich im Gras, jagen Bälle und liegen auf dem Sofa oder im Bett ihrer Hundeführerinnen. Am Küchentisch warten sie darauf, dass möglicherweise etwas herunterfällt.

Beide Hundeführerinnen haben zusätzlich private Hunde zu Hause. Katharina Stüwe lebt dem Bericht zufolge unter anderem mit einem Labrador, einem Dackel und einer Deutschen Dogge; Julia Steuer hat ebenfalls eigene Hunde. Bei den Diensthunden sei im Alltag jedoch besondere Aufmerksamkeit nötig, etwa wenn Besuch kommt oder Kinder laut miteinander spielen.

Maze und Joshi gelten als gefährliche Hunde. Deshalb müssen sie in bestimmten Situationen von Besuch oder Kindern getrennt werden. Später gehört auch das Zubeißen zum Ausbildungsprogramm, damit die Tiere im Einsatz notfalls eingreifen können.

Ausbildung bei der Polizei Sachsen-Anhalt

Wer sich für den Beruf als Diensthundeführer interessiert, kann sich laut MDR über die Voraussetzungen für Studium und Ausbildung bei der Landespolizei Sachsen-Anhalt informieren. Als Anlaufstelle wird die Internetseite nachwuchsfahndung.de genannt.

Für die beiden Hundeführerinnen bleibt bis zum nächsten Dienstbeginn dennoch der Welpenalltag: „Das sind halt Hunde-Babys. Die sind tapsig und tollpatschig. Wer da nicht weich wird ...“