Auf der Breiten Straße in Rohrberg wird es vorerst kein Tempolimit von 30 km/h geben. Der Altmarkkreis Salzwedel hat den Antrag von Anwohnern abgelehnt, die wegen der zusätzlichen Fahrzeuge und aus ihrer Sicht zu hoher Geschwindigkeiten eine Begrenzung während der Umleitung gefordert hatten.

Hintergrund ist die Sperrung der Ortsdurchfahrt in Mellin. Dadurch ist der Verkehr auf den Umleitungsstrecken deutlich gestiegen. Besonders betroffen sind nach dem Bericht die Anwohner der Breiten Straße in Rohrberg. Die Umleitung dürfte noch bis weit ins Jahr 2027 dauern.

Verkehrszählung als Grundlage der Entscheidung

Der Kreis verwies auf eine Verkehrszählung, mit der sowohl die Verkehrsstärke als auch die tatsächlich gefahrenen Geschwindigkeiten ermittelt werden sollten. Die Auswertung zeigte, dass die Zahl der Pkw gegenüber der vorherigen Zählung aus dem Jahr 2021 zugenommen hat. Der Altmarkkreis ordnete diesen Anstieg allerdings auch einem allgemein höheren Verkehrsaufkommen zu.

Der Anteil des Schwerlastverkehrs lag bei etwa 20 Prozent. Die gemessenen Durchschnittsgeschwindigkeiten betrugen 53 und 46 km/h. Diese Daten bildeten laut Kreis eine wesentliche Grundlage für die Prüfung, ob die rechtlichen Voraussetzungen für eine Geschwindigkeitsbegrenzung erfüllt sind.

Nach Angaben von Rohrbergs Bürgermeisterin Silke Niebur wurde die Entscheidung in der jüngsten Gemeinderatssitzung bekannt gegeben. Eine Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h – zumindest für die Dauer der Umleitung – sei damit nicht genehmigt worden.

Fahrbahn soll 2028 erneuert werden

Die Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt (LSBB) hält die Breite Straße derzeit für ausreichend, um sie mit der zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h zu befahren. Für die Straße seien jedoch bereits Planungen zur Erneuerung der Fahrbahn eingeleitet worden. Die Umsetzung ist nach den Angaben für 2028 vorgesehen.

Im Rahmen der jährlichen betrieblichen Instandhaltung wurde der betroffene Abschnitt der Landesstraße 11 bereits repariert. Dazu gehörten das Anheben von Schachtabdeckungen, das Ausbessern von Fahrbahnschäden mit Asphaltmischgut und das Abfräsen bituminöser Verwerfungen.

Als Vergleich verwies die LSBB auf Stöckheim. Dort wurde Tempo 30 wegen des Zustands der Kreisstraße 1118 angeordnet. Für Rohrberg sah der zuständige Baulastträger nach der Verkehrszählung und der Prüfung dagegen keinen ausreichenden Grund für eine Geschwindigkeitsreduzierung.

Polizei soll Lkw-Verkehr beobachten

Wegen des gestiegenen Lastwagenaufkommens sind dennoch Maßnahmen der Polizei vorgesehen. Diese sollen zeitnah umgesetzt werden. Die Abstimmung erfolgte bei einem Ortstermin mit Vertretern der Polizei, der Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf und der Unteren Straßenverkehrsbehörde. Welche konkreten Maßnahmen geplant sind, wird in dem Bericht nicht näher erläutert.