Wenige Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt liegt die AfD laut der letzten Umfrage von Infratest dimap deutlich vorn. Der am 27. August veröffentlichte Sachsen-Anhalt-Trend sieht die Partei bei 42 Prozent. Die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze kommt demnach auf 22 Prozent.
Die Erhebung wurde im Auftrag der ARD durchgeführt und ist die letzte Umfrage des Instituts vor dem Wahlsonntag am 6. September 2026. Für die tatsächliche Sitzverteilung im Magdeburger Landtag ist jedoch allein das amtliche Wahlergebnis entscheidend.
Deutlicher Abstand zwischen AfD und CDU
Zwischen den beiden stärksten Parteien liegen in der Umfrage 20 Prozentpunkte. Auf Platz drei folgt die Linke mit elf Prozent. Die SPD erreicht acht Prozent, die Grünen kommen auf sechs Prozent. FDP und BSW würden nach diesem Stand an der Fünfprozenthürde scheitern.
Die AfD wäre damit zwar klar stärkste Kraft, könnte aber nicht allein regieren. Wie viele Sitze die Parteien erhalten, hängt auch davon ab, wie viele Stimmen auf Parteien entfallen, die den Einzug in den Landtag verpassen. Wenn FDP und BSW ausscheiden, würde sich zugleich die Zahl der rechnerisch möglichen Bündnisse verringern.
Schwierige Mehrheitsbildung erwartet
Für die CDU verschärft das Ergebnis den Druck. Die Partei müsste trotz des deutlichen Rückstands nach möglichen Mehrheiten suchen, falls sie eine von der AfD geführte Landesregierung verhindern will. Eine Koalition mit der AfD schließt die CDU nach den vorliegenden Angaben bislang aus.
Im Wahlkampf standen vor allem Migration, Wirtschaft, Bildung und die künftige Regierungsbildung im Mittelpunkt. Am Abend vor der Veröffentlichung der Umfrage trafen die Spitzenkandidaten der sieben wichtigsten Parteien in einer Fernsehrunde aufeinander. Dabei ging es außerdem um den Lehrermangel, die Lage der Industrie und die hohen Kosten für Unternehmen.
AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund warf der CDU vor, zentrale Wahlversprechen nicht umgesetzt zu haben. Schulze warnte vor den politischen Folgen einer AfD-geführten Regierung. Auch die Chemiebranche und andere energieintensive Betriebe in Sachsen-Anhalt wurden im Zusammenhang mit dem Wettbewerbsdruck thematisiert.
Umfrage ist keine Prognose
Die Landtagswahl findet am Sonntag, 6. September 2026, statt. Bis dahin können Mobilisierung, Wahlbeteiligung und kurzfristige Entscheidungen das Ergebnis noch verändern. Umfragen bilden lediglich die politische Stimmung zum Zeitpunkt der Befragung ab und sind keine Vorhersage.
Ein AfD-Ergebnis von mehr als 40 Prozent hätte nach Einschätzung des Berichts eine politische Bedeutung über Sachsen-Anhalt hinaus. Welche Mehrheiten im Landtag tatsächlich möglich sind, steht jedoch erst nach der amtlichen Auszählung fest.