Der alte Getreidespeicher am Lohteich 24 in Salzwedel soll zu einem modernen Zuhause für Senioren werden. Für den Umbau stehen 2,2 Millionen Euro aus dem Städtebauprogramm des Landes bereit. Die entsprechende Vereinbarung wurde in dieser Woche im Rathaus unterzeichnet.

Bis die ersten Bewohner einziehen können, werden allerdings noch mehrere Jahre vergehen. Nach Angaben der Stadt sollen die Fördermittel in zwei Jahresscheiben 2029 und 2030 ausgezahlt werden. Die Baugenehmigung liegt bereits vor. Nach der vertraglichen Vereinbarung zwischen dem Land, der Hansestadt Salzwedel und dem Eigentümer soll einem Baustart im Jahr 2029 nichts im Wege stehen.

27 barrierefreie Wohnungen und ein Café

In dem Backsteinbau mit Staffelgiebel sind insgesamt 27 Ein- bis Drei-Zimmer-Wohnungen geplant. Alle Wohnungen sollen barrierefrei sein. Das Projekt umfasst außerdem einen Bereich für gemeinschaftliches Erleben, einen Gemeinschaftsraum und ein Café im Erdgeschoss.

Vorgesehen sind darüber hinaus ein Büro für einen sozialen Dienst und eine Ferienwohnung. Das Gebäude verfügt insgesamt über 3.500 Quadratmeter Nutzfläche. Davon sollen 2.500 Quadratmeter auf den Wohnbereich entfallen.

Eigentümerin ist die in Berlin ansässige Zupla Speicherhaus GmbH. Geschäftsführer Silvio Plaasch stammt aus Salzwedel. Nach Angaben des Unternehmens soll das Seniorenwohnprojekt eine Alternative zum Pflegeheim schaffen.

Historisches Gebäude bleibt erhalten

Die charakteristische Außenansicht des historischen Speichers soll nach Angaben des Eigentümers bewahrt werden. Das klassizistische Fachwerkhaus am Lohteich 24 wurde vermutlich in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts errichtet. Zusammen mit den Nebengebäuden erinnert es an die Industrialisierung in Salzwedel.

Zur Straßenseite besitzt das Gebäude einen Treppengiebel. Außerdem gibt es Etagenbalkone und eine Aufzugsvorrichtung. Die Geschichte des Hauses reicht bis in das Jahr 1827 zurück: Die Kaufleute Busse und Carl Ernst Gerlach richteten dort eine Ölmühle ein. Im Jahr 1831 raffinierte sie etwa 1.800 Zentner Öl. Eine Dampfmaschine, die 1852 in Betrieb genommen wurde, ermöglichte eine weitere Steigerung der Produktion.

Später nutzte die Bank- und Getreidegesellschaft M. Nelke Witwe das Gebäude als Zweigstelle und Niederlassung. Bis etwa 1920 diente es außerdem als Getreidespeicher. Davon zeugen noch heute Schüttluken zwischen den Stockwerken und eine Windfege zur Getreidereinigung. Im 20. Jahrhundert verwendete die Schuhmachergenossenschaft „Helmut Just“ das Haus als Lager.

Mit der Unterzeichnung der Fördervereinbarung sind die finanziellen Voraussetzungen für das Vorhaben geschaffen. Die Auszahlung der 2,2 Millionen Euro ist für 2029 und 2030 vorgesehen; der geplante Baubeginn liegt im Jahr 2029.