Rund 2.300 Beschäftigte der Ernährungswirtschaft in Sachsen-Anhalt bekommen in den kommenden Jahren mehr Geld. Gewerkschaft und Arbeitgeber haben ihren monatelangen Tarifkonflikt beendet und sich auf einen neuen Tarifvertrag verständigt. Für die Menschen in Stendal ist dabei wichtig: Die vorliegenden Angaben nennen keinen beteiligten Betrieb in der Hansestadt oder im Landkreis Stendal.
Der Tarifvertrag gilt für Beschäftigte in knapp einem Dutzend Betrieben. Genannt werden unter anderem Rotkäppchen in Freyburg, Ditsch in Oranienbaum und Freiberger in Osterweddingen. Ebenfalls erfasst sind weitere Hersteller aus den Bereichen Backwaren, Getränke, Schokolade, Feinkost und Tiernahrung.
Erste Erhöhung bereits im Juli
Die Tariflöhne sind nach Angaben aus dem Tarifabschluss bereits zum 1. Juli 2026 um 3,5 Prozent gestiegen. In zahlreichen Betrieben soll im Dezember eine weitere Erhöhung folgen. Sie liegt je nach Unternehmen zwischen 1,2 und 2 Prozent.
Hintergrund des Konflikts ist die weiterhin bestehende Lohnlücke zwischen Ost und West. Facharbeiter verdienen nach Gewerkschaftsangaben bislang monatlich 500 bis 1.000 Euro weniger als Beschäftigte in vergleichbaren westdeutschen Tarifgebieten. Je nach Betrieb entspricht das einem Unterschied von 16 bis 35 Prozent.
Angleichung an Niedersachsen und Bremen bis 2032
Ein Anpassungsmechanismus soll die Lohnunterschiede bis 2032 vollständig oder zumindest deutlich verringern. Die meisten Betriebe werden schrittweise an das Tarifniveau von Niedersachsen und Bremen herangeführt. Allerdings erreichen nicht alle Unternehmen bis dahin eine vollständige Angleichung.
Bei Füngers Feinkost und der Deutschen Tiernahrung Cremer bleibt nach Angaben der Gewerkschaft ein kleinerer Abstand bestehen. Burger Knäcke beteiligt sich nicht an der neuen Tarifgemeinschaft.
Der Einigung waren zahlreiche Warnstreiks in den betroffenen Betrieben vorausgegangen. Die Gewerkschaft bezeichnete das Streikgeschehen als das stärkste in der Branche seit der Wiedervereinigung. Der Arbeitgeberverband bewertet den Abschluss als historisches Ergebnis, weist aber zugleich auf zusätzliche Belastungen in Millionenhöhe für einzelne Unternehmen hin.
Weitere Informationen dazu, ob ein Betrieb im Raum Stendal unter den Tarifvertrag fällt, enthält das vorliegende Material nicht.